Soap Kills sind: Yasmine Hamdan, Zeid Hamdan und Françcois Cunin
Während der Veranstaltungsreihe DisORIENTation im Märrz/April 2002 im Haus der Kulturen der Welt in Berlin habe ich diese Band kennen gelernt und zwei faszinierende Konzerte erlebt.
Die libanesische Elektro-Akustik-Band Soap Kills, gegründet von Yasmine und Zeid Hamdan, greift auf Lieder aus dem klassisch-arabischen Repertoire zurück und verbindet sie mit urbanem Sound und melodiebetonter Musik und der außergewöhnlichen Stimme von Yasmine Hamdan. Ihre Texte sind auf Arabisch, Französisch oder Englisch, die Band vergrößert sich nach Bedarf um Trompete, Querflöte, Saxophon, Kontrabass, Schlagzeug. Ursprünglich ein Geheimtipp unter der anglo- und frankophonen Kulturszene Beiruts bringen sie derzeit bei einem französischen Label ihre erste internationale CD.
Ich weiß nicht warum, aber ich mag keine fröhlichen Lieder, Yasmine Hamdan, Sängerin von Soap Kills.
Wenn man ihre melancholische Stimme hört, elektronisch ins weit Entfernte gestimmt, ist schnell klar, wie schön Trauer klingen kann. Nicht umsonst zählen Soap Kills, die sich 1997 in Beirut gegründet haben, mittlerweile zu den Stars einer Musikszene, die zwischen Beirut und Paris hin- und herpendelt: Beirut wegen des Flairs, Paris wegen der Möglichkeiten, professionell zu arbeiten. Ihre Mischung aus Electric-, Techno- und Ethno-Ingredenzien, inspiriert vom klassischen arabischen Chanson, hat ihnen in den französischen Medien die Definition Trip Hop à l'Oriental
eingebracht - ein Attribut, das so mehrdeutig ist wie ihre Musik.
Wenn man experimentelle Musik macht, so Yasmine Hamdan, arbeitet man auf untypische Weise. Die klassische arabische Musik - die ich liebe und sehr gern höre - ist weihevoll, hochästhetisiert und zugleich sehr emotional. Auf der anderen Seite gibt es die vulgäre, schlichte arabische Disco. Das ist purer Kommerz, stellt aber zugleich einen Gegenpol zur rigoroseren Virtuosität der Klassik dar. In unseren Ländern herrschen die Ältesten, und wenn man sich hier von modernen, urbanen, westlichen Klängen und Ausdrucksformen beeinflussen lässt, dann gilt das schnell als traditionsfeindlich. Aber ich kann sehr wohl die kunstvolle Perfektion der klassischen Musik lieben und zugleich eine Musik mögen, die sich nicht darum schert, ob sie nun richtig ist oder falsch.
[aus: Flyer zum Konzert von Soap Kills während der Veranstaltungsreihe DisORIENTation im Haus der Kulturen der Welt, Berlin, 27. März 2003.]
Homepage: www.soapkills.com
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Yasmine Hamdan (voix, guitare), Zeid Hamdan (voix, guitare, basse, machines), Rabih Mroué (flûte, choeurs), Walid Sadek (trompette, melodica, tenor horn)
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