29.09.2009 |

“Radio Geschichte DT64” im Zeughauskino

Radiomitschnitte von DT64 und MDR Sputnik 1988-1997 (Collage)

Radiomitschnitte von DT64 und MDR Sputnik 1988-1997 (Collage)

Pfingsten vor 45 Jahren fing alles an: Das Sonderstudio DT64 ging anlässlich des Deutschlandtreffens der Jugend 1964 in der DDR als Festivalradio auf Sendung. Aufgrund des Erfolges (zum ersten Mal gab’s die Beatles im DDR-Rundfunk zu hören) wurde Jugendradio später als Fenster im Programm des Berliner Rundfunk (Sendung “Jugendstudio DT64”) und im Programm von Stimme der DDR (“Hallo – das Jugendjournal”) veranstaltet. Im März 1986 wurden beide Programmfenster zum Jugendradio DT64 mit eigenen Frequenzen im DDR-Äther fusioniert. Mit der Wende in der DDR konnte das Jugendradio sich emanzipieren und sich als kritische Stimme zu den Umbruchzeiten im Osten Deutschlands etablieren, ohne jedoch in den Neuordnungsplänen der ostdeutschen Rundfunklandschaft im Zuge der Wiedervereinigung Deutschlands berücksichtigt worden zu sein… Schlließlich wurde das Programm gerettet: der 1992 neu gegründete, öffentlich-rechtliche Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) übernahm das Programm, der es seit 1993 unter dem Namen MDR Sputnik fortführt.

20 Jahre nach dem Mauerfall bietet nun eine vierzehnteilige Veranstaltungsreihe im Zeughauskino des Deutschen Historischen Museum in Berlin Gelegenheit zur ausführlichen Auseinandersetzung mit dem Jugendprogramm des Rundfunks der DDR:

Ehemalige Redakteure stellen Sendungen vor, an denen sie damals beteiligt waren. Sie treffen im Dialog auf Gesprächspartner aus dem Westen. Das Spektrum reicht von Verantwortlichen aus Kultur oder Politik bis zu Journalisten und Radiomachern, denen es in ihrer Arbeit um die Entwicklung eines engagierten Jugendprogramms ging oder geht. Somit werden nicht nur rare Zeitdokumente aus dem Deutschen Rundfunkarchiv zugänglich gemacht, es besteht auch die Möglichkeit, sich in einer öffentlichen Diskussion zwischen Ost und West mit der jüngeren Mediengeschichte auseinanderzusetzen. Im besten Fall eine deutsch-deutsche Begegnung zum Austausch von Geschichte und Gegenwart.

Unter den ehemaligen Mitarbeitern des Senders, die im Zeughauskino erwartet werden, sind beispielsweise Marion Brasch, Lutz Schramm, Dietmar Ringel, Tanja Braumann, Roland Schneider, Michael Schiewack sowie Siegmar Krause, der Leiter des Gründungskollektivs. Als Gesprächspartner aus dem ehemaligen Westen haben sich unter anderem Friedrich Küppersbusch, Helmut Lehnert, Olaf Leitner, Klaus Walter und Marco Seiffert angekündigt. Darüber hinaus wird am 1.11. die letzte Intendanz des Rundfunks der DDR erwartet. Christoph Singelnstein, Hannelore Steer und Jörg Hildebrandt treffen auf den ehemaligen RIAS-Intendanten Helmut Drück.

(Quelle: Veranstalter)

Die Reihe, von Moritz von Rappard und Dunja Funke kuratiert, findet von September bis Dezember im Zeughauskino in Berlin (meist am Mittwoch) statt.

Alle Infos und Termine hierzu hier: www.radio-geschichte-dt64.de

Einige Radioerinnerungen an das damalige Programm von DT64 bzw. MDR Sputnik gibt’s hier.

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