Das Jahr 1992
Kurz vor Ultimo, kurz vor dem im Rundfunkstaatsvertrag besiegelten Ende des DDR-Rundfunks und damit auch des Jugendradios,
wurde DT64 vom neugegründeten Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) übernommen. DT64 konnte damit am 01.01.1992 weitersenden. Zumindest für ein halbes Jahr, zumindest im MDR-Sendegebiet (Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen). Denn dann waren die DT64-UKW-Frequenzen im Sendegebiet des MDR schon an den künftigen privaten Rundfunk vergeben. Da jedoch keine UKW-Frequenzen gefunden werden konnten, ging DT64 am 01.07.1992 vollständig auf Mittelwelle. Die Frequenz wurde sich vom Nachrichtensender mdr info
geliehen. In Berlin und Brandenburg veranstaltete der ORB eine eigene Jugendwelle, das Rockradio B
. In der Sendepause wurde das DT64-Programm übernommen.
Im Folgenden einige Presseberichte über das weitere Schicksal von Jugendradio DT64 im Jahre 1992.
Berlin. DT64 wird voraussichtlich ab Montag in Berlin und Brandenburg kräftig zurechtgestutzt. Rockradio B, das ORB-Jugendprogramm, will dann zwölf Stunden auf DT-Frequenzen senden.
Berlin (ADN/JW). Entgegen der Behauptung des Chefreadkteurs von DT64 und der
Freunde des Jugendradios
ist eine mögliche überregionale Lösung nicht
am ORB gescheitert, so der ORB am Mittwoch in einer Presseerklärung. Aus
einem Gespräch zwischen den Intendanten von MDR, ORB und SFB habe sich
ergeben, daß der MDR eine Weiterexistenz von DT64 über den 30. Juni
hinaus nicht garantieren kann. Damit sei eine Vereinbarung, ein
kooperatives Jugendprogramm von MDR (DT64), SFB (Radio 4 U) und ORB
(Rockradio B) zu veranstalten, nicht mehr möglich gewesen.
Schwerin. Mit der knappen Mehrheit von CDU und FDP hat der Landtag von Mecklenburg-Vorpommern entschieden, daß sich die Regierung nicht für DT64 im Norden einsetzen will.
Schwerin (JW). Ein Boot, das einen Piratensender symbolisierte, setzten
gestern nachmittag Mitglieder der Schweriner Hörer-Initiative im Rahmen
eines Aktionstages zur Rettung von DT64 auf dem Pfaffenteich inmitten
der mecklenburgisch-vorpommerschen Landeshauptstadt aus. Wir wollen,
daß Jugendradio für unser Bundesland erhalten bleibt. Wir schlagen vor,
daß es zunächst bis zum Mai auf der vom NDR übernommenen
Ferienwellenfrequenz ausgestrahlt wird, bis dort die NDR-Ferienwelle auf
Sendung geht
, sagte Susanne Vetter zum Anliegen. Demselben dienen auch
die täglich nachmittags stattfindenden Schlafstörungen
. Die DT-Freunde
in Neubrandenburg, sechs befinden sich im Hungerstreik, wollen
ihrerseits heute abend demonstrieren.
Berlin. Der Rundfunkrat des Ostdeutschen Rundfunks Brandenburg (ORB) hat sich gestern abend für ein gemeinsames Jugendprogramm mit dem SFB entschieden. DT64 soll deshalb auf seiner Frequenz 102,6 MHz den Sendebetrieb einstellen.
dpa/JW. Mit einem großen Konzert wollen heute über 20 deutsche Rockbands gegen die Auflösung des Jugendradios DT 664 protestieren.
Zwei Tage vor der ursprünglich geplanten Abschaltung des Senders werden
in der großen Halle des Berliner Sportforums Weißensee unter anderem
Die Art
, Silly
und die Abstürzenden Brieftauben
spielen. Das
teilte der Verein der Freunde des Jugendradio DT64 gestern mit.
Außerdem wird mit Hilfe privater Sponsoren auch DT64-Fans aus Leipzig die Gelegenheit gegeben, das Konzert zu besuchen. Der frühere DDR-Regierungszug wurde gechartert, um die DT64-Hörer kostenlos nach Berlin zu bringen.
In Leipzig will Udo Lindenberg das Signal zur Abfahrt für den Sonderzug
nach Pankow
geben. Im Berliner Hauptbahnhof wird der Zug dann um 13.51
Uhr erwartet.
Mit der Zukunft von Jugendradio DT64 in Berlin und Brandenburg beschäftigte sich auf seiner gestrigen Sitzung der Kabelrat. Ergebnisse lagen bis Redaktionsschluß nicht vor. Auf der Tagesordnung stand darüber hinaus die Zukunft von RIAS 2 sowie die Vergabe einer neuen UKW-Hörfunk- und einer TV-Frequenz.
Es war Der Sonderzug nach Pankow
und die Kelle zur Abfahrt hielt
Oberindianer Lindenberg. Bis es aber dazu kam, zelebrierte er seine
Show: ohne Begleitschutz wollte Udo den Weg vom Hotel gegenüber nicht
wagen. Erst als 15 Bahnpolizisten und ein Barkas bereitstanden, ließ er
sich zum Zug transportieren. Ergebnis: Verspätung für zwei Züge aus
Bitterfeld...
Über 25 Bands wollten im Weißenseer Sportforum beim Rockmarathon für die
Erhaltung von DT64 spielen (in nur drei Tagen von Musik-Szene e.V.
,
LTT
und den Freunden des Jugendradios organisiert), doch die Zeit
reichte nicht für alle. Aus Hamburg und Sonneberg, aus Hannover und
Leipzig waren die Musiker angereist - Creme und Amateure mit Bands wie
Die Art, Big Savod, Dietrich Kittner, Die Wahnfrieds, Hans am Felsen,
Die abstürzenden Brieftauben, Cäsar... 3500 Besucher waren der gleichen
Meinung, trotz der etwas chaotischen Organisation. Fabsi von den Mimmis
meinte: DT64 muß für ganz Deutschalnd bleiben. Im Westen wirst du von
einem Privatsender gerade mal gespielt, wenn du ein Konzert in der Nähe
hast. Unser Songs 'Gebt den Faschisten keine neue Chance' wird
boykottiert - nicht von DT64
. Und Torsten aus Hamburg von der Zunge
zerbrechenden Band OSTZONENSUPPENWÜRFELMACHENKREBS ergänzt: Was sich
die unabhängige Kulturlandschaft von den Privaten erhofft hat, ist nicht
eingetreten. Statt Musikredakteuren gibt es Musik vom Computer.
Dirk
Michaelis war zur Stelle, weil der Sender uns immer geholfen hat,
unsere Songs zu popularisieren. Jetzt braucht er uns und wir können
zurückgeben.
Über die weitere Zukunft von DT wird in den kommenden
beiden Tagen in Leipzig auf einer ARD-Tagung entschieden. Ob der ORB
sich von den 350 000 gesammelten Unterschriften, 80 gegründeten Vereinen
(30 davon in den alten Ländern) und dem Lärm der Rocker beeindrucken
läßt? (Christine Wagner)
Karnevalin Berlin
Eine eigenständige, deutschlandweit sendende Rundfunkanstalt für die Jugend auf der Basis eines Staatsvertrages der Bundesländer soll her. Auf diese Forderung einigten sich 70 Mitglieder von DT64-Initiativen aus den Ostländern sowie Niedersachsen, Hessen, Bayern und Baden-Württemberg am Wochenende während eines Netzwerktreffens auf der Rochsburg im sächsischen Landkreis Rochlitz. Man habe die Alternative DT64 las mit anderen Funkhäusern kooperierende MDR-Anstalt zwar noch nicht gänzlich abgeschrieben, so Roland Kilper von der gastgebenden Chemnitzer Initiative gegenüber JW, jedoch sei ein eigenständiger Sender als Streit-, Problem- und Inforadio für Jugendliche mit einem Deutschlandfunk/ DS Kultur vergleichbaren Status eher politisch durchsetzbar und leichter finanzierbar.Die monatliche Belastung jedes deutschen Gebührenzahlers betrage bei Realisierung des Projekts ganze vier Pfennig.
Zu dessen detaillierter Ausarbeitung wollen die DT-Initiativen im April voraussichtlich in Leipzig einen medienpolitischen Kongreß organisieren, zu dem alle deutschen Parteien eingeladen werden. Für eine gemeinsame große Aktion im Mai zur Durchsetzung ihrer Forderung wurde auf der Rochsburg ein Infonetz vereinbart, das ab sofort alle DT-Initiativen erreicht. Selbständige Aktionen der einzelnen Freundeskreise auf regionaler Ebene zum Erhalt des Jugendsenders, so ein Benefizkonzert in zwei Wochen in Schwerin, werden auch weiterhin erfolgen.
Bereits am Sonnabend entboten mehrere hundert junge Leute in Berlin
ihrem Stamm-Sender unter dem Motto Von der Oder bis zum Rhein muß DT zu
hören sein
ein vielstimmiges Helau
. Mit dem demonstrativen
Karnevalsumzug
zum Brandenburger Tor forderten sie den dauerhaften
Erhalt des Jugendradios und dessen Ausstrahlung in Berlin und
Brandenburg.
Freunde von DT64fordert nationalen Funk für junge Leute
Das Netzwerk der Freunde des Jugendradio DT64 e.V.
stellte gestern
auf einer Pressekonferenz erneut seine Vorstellungen zu einem künftigen
nationalen Jugendfunk vor. Gleichzeitig informierten sie über die
gegenwärtig verworrene Lage in Sachen DT64 und teilten mit, daß eine im
Dezember eingereichte Verfassungsklage zur Weiterführung von DT64
abgelehnt wurde.
Unterdessen werden hinter den Kulissen weiter die Fäden gesponnen.
Besonders schwierig ist die Situation in Berlin-Brandenburg. Denn das
längst beschlossene Jugendprogramm von Berlin und Brandenburg steht
momentan weit in den Sternen. Der gegenwärtige Verhandlungsstand
zwischen dem Sender Freies Berlin (SFB) und dem Ostdeutschen Rundfunk
Brandenburg (ORB) riecht SFB-Intendant von Lojewski so sehr nach
trojanischem Pferd
, daß er dem Vertrag kurzerhand seine Unterschrift
versagte. Nicht klar sind: Wie das Programm genau aussieht (mehr nach
Radio 4 U
oder mehr wie Rockradio B
, wann es startet (nach ORB-
Vorstellungen bis spätestens Ende Mai), woher gesendet wird (aus dem
SFB-Gebäude Masurenallee oder der Ostberliner Nalepastraße) und wer den
Chef des ganzen mimt (bisheriger Vorschalg: paritätische Spitze). Und
nun bemüht sich der SFB sogar um die Übernahme von RIAS 2 gemeinsam mit
dem ORB. Prinzipiell kein Problem, da beide Anstalten ja je zwei eigene
und zwei gemeinsame Programme senden wollten. Doch da der SFB für RIAS 2
offenbar sein Jugendprogramm Radio 4 U
als Bauernopfer darbringen
will, tauchen nun wieder Fragen über Fragen auf. Zum Beispiel: Wer würde
die derzeit von DT64 genutzte Frequenz eigentlich bekommen? Und: Was
würde ein Scheitern der Jugendwelle in Berlin-Brandenburg eigentlich für
DT64 bzw. einen überregionalen Jugendfunk bedeuten?
Denn während sich die beiden Preußenländer in ihrem Kleinkrieg
zerfetzen, kommen aus dem MDR-Bereich weitaus hoffnungsvollere Töne.
MDR-Hörfunkchefin Sommerey nämlich unterbreitete ihrem ORB-Kollegen
Hirschfeld ein Kooperationsangebot, das vom ORB als ernstzunehmend
eingeschätzt wird. Grundsätzlicher Gedanke: Programm-Austausch zwischen
eigenständig arbeitenden Redaktionen in verschiedenen Sendeanstalten,
der letztlich wieder ein überregionales Gesamtprogramm ergeben könnte.
Genauso also, wie es die Freunde des Jugendradio e.V.
schon im Januar
vorgeschlagen hatten. - Und wie es die Vordenker der Jugendradio-
Bewegung mittlerweile sogar nur noch als Zwischenschritt auf dem Weg zu
einem zukünftigen nationalen Jugendfunk betrachten.
Berlin (dpa/JW). DGB-Chef Meyer hat sich für die gemeinsame Ausstrahlung von der
Jugendwelle DT64 von allen ostdeutschen Sendern ausgesprochen. In einem
Brief an die ostdeutschen Ministerpräsidenten schrieb Meyer, eine
Abdeckung der neuen Ländern mit dem Programm des Jugendsenders DT64 ist
technisch durchaus möglich
. Man dürfe nicht den jungen Menschen in den
neuen Ländern die Identität rauben. DT64-Sympathisanten hatten am
Mittwoch den Berliner SPD-Landesvorstand besetzt und eine Nachbesserung
des Medienstaatsvertrages mit Brandenburg gefordert.
ADN/JW. Am 1. Oktober starten der ORB und der SFB in Potsdam ein
gemeinsames 24-Stunden-Jugendprogramm. Dieses Gesprächsergebnis zwischen
der ORB-Jugendwelle Rockradio B
und Radio 4 U
gab der ORB am
Mittwoch bekannt. Demnach wird es ab 1. Juli vorerst ein koordiniertes
Jugendprogramm beider Sender geben. Parallel dazu entsteht in Potsdam
ein neues Studio für das Gemeinschaftsprogramm.
DT64 wird damit ab 30. Juni in Berlin und Brandenburg nicht mehr zu empfangen sein, teilte der ORB mit. Als federführender Sender sei er aber bereit, Sendungen von DT64 auch künftig zu integrieren.
...
Frage JW: Die Radikalisierung hat ihre Ursachen auch im politischen Klima des Landes. Das spielt eine Rolle, ob jemand sich hier zu Hause fühlt. Stichwort: Ausgrenzung von DT64.
Ich will Ihnen was sagen: DT64 wird es mit mir in Mecklenburg-Vorpommern nicht geben. Ich sehe keine Möglichkeit für dessen Bestand.
Warum nicht?
Es wird auf den Wellen des NDR soviel interessante Jugendprogramme geben, daß es DT64 nicht bedarf. Wir sollten keinen Nimbus der DDR aufbauen.
Ist das nicht Ausgrenzung? Immerhin kämpfen ja viele für den Erhalt des Senders und das sehr engagiert. 5000 haben unlängst protestiert.
Ich bezweifle, ob die Mehrheit der Jugendlichen in Mecklenburg-Vorpommern den Sender erhalten will. Die Jugendlichen sollen sich demokratisch engagieren. Aber DT64 wird es hier nicht geben können. Hier in Mecklenburg-Vorpommern wächst eine hervorragende Jugend heran, die schafft den Übergang auch ohne DT64.
...
(Interview: Petra Hennicke, Martin Woldt)
45 Prozent aller Bürger der neuen Bundesländer und Berlins haben
irgendwann schon einmal DT64 gehört, 3 Prozent davon hören es
regelmäßig, 8 Prozent häufig, 14 Prozent gelegentlich und 20 Prozent
selten. Unter Jugendlichen von 14 bis 25 schnellt die erstgenannte Zahl
gar auf 67 Prozent. - Diese Ergebnisse einer Umfrage des
Meinungsforschungsinstitutes Infas (Bad Godesberg) teilten die
Auftraggeber der Studie vom Netzwerk der Hörerinitiativen zum Erhalt
von DT64
gestern auf einer Pressekonferenz in Berlin mit. Befragt
wurden im April 1992 1036 Ostdeutsche - und zwar in jedem
repräsentativen Bevölkerungsquerschnitt, mit dem Infas gemeinhin
Wahlergebnisse voraussagt. Leider kursierte dieses Ergebnis schon in den
letzten Tagen in einer Variante, durch die sich infas zu einer
öffentlichen Korrektur veranlaßt sah. Es sei ein falscher Eindruck
vermittelt worden, so infas, denn nur 3 Prozent der Neubundesbürger sind
tatsächlich regelmäßige DT-Hörer. Damit, so das Institut weiter, seien
die Veränderungen der ostdeutschen Medienlandschaft auch an DT64 nicht
spurlos vorbeigegangen. Im Vergleich zum ostdeutschen Marktanteil von
derzeit 2,3 Prozent, habe er im vergangenen Jahr noch bei 4,8 Prozent
gelegen.
Doch nicht nur diese offenbar sehr verschieden zu interpretierenden Zahlen (am meisten wird DT64 übrigens in Sachsen-Anhalt und Thüringen gehört) erbrachte die Infas-Untersuchung, sondern zugleich Fakten darüber, warum DT64 eingeschaltet wird: Berichtet viel über neue Bundesländer, hilft beim Zusammenwachsen; Hörer werden einbezogen, keine Werbung, viele Spezialsendungen usw. usf. Als wichtigste Eigenschaft für ein Jugendradio wurde ein breites Musik- und Meinungsspektrum genannt. Außerdem sprachen sich insgesamt 65 Prozent aller Befragten für ein überregionales Jugendradio aus. Soweit ein knapper Überblick zu den Analyseergebnissen, JW wird sich dem noch ausführlicher widmen.
Unabhängig von der ganzen Zahlenspielerei läuft am Wochenende wieder ein
bundesweiter Aktionstag für DT64. Unterm Motto Lebenslichter für DT
64
werden vor ostdeutschen Rathäusern und Landtagen Kerzen für den
Sender brennen. (Jana Weber)
Von Petra Hennicke. Damals, am 13. September ´91, sollte es ein Schock sein. Um die DT-64-Hörer von den Sofas auf die Straßen zu holen, meldete sich Jugendradio einen Tag lang als rauschender Piratensender. Heute, müde drei Wochen vorm angedrohten Ende der Station am 30.6., sieht alles so aus, als würde DT64 tatsächlich als Kultsender das Juni- Ende überdauern. Nach dem gegenwärtigen Stand der der Dinge soll DT64, das Jugendprogramm des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR), ab Juli auf Mittelwelle zu hören sein.
Was in der Belegschaft mehr oder weniger als beschlossene Sache gilt,
klingt aus dem Mund von MDR-Hörfunkchefin Carola Sommerey allerdings
etwas vorsichtiger: Wenn Sie mich fragen, ob DT64 am 30.6. noch
sendet, sage ich Ihnen offen: Ich hoffe es, aber ich weiß es nicht.
Zu
der Mittelwellenvariante hieß es zunächst gegenüber JW: Dazu kann ich
jetzt nichts sagen, denn die Verhandlungen sind mitten im Schwange.
Später wurde Carola Sommerey dann noch etwas gesprächiger: Wenn wir die
Mittelwellenfrequenzen voll fahren, könnten wir bis China senden. Auf
jeden Fall aber wieder bis Rostock.
Einzige Bedingung, ohne die ich
überhaupt nichts durchsetzen könnte
, sei der Umzug der DT-64-Mannschaft
nach Leipzig bis spätestens 1993. Alle bisherigen Hoffnungen, wie
Einspeisung in den Satellit oder Stadtfrequenzen in Ballungsräumen,
hätten sich inzwischen zerschlagen. Kurz vor Pfingsten sei nun auch aus
Sachsen das definitive Nein gekommen, nachdem Sachsen-Anhalt und
Thüringen schon vorher abgewunken hatten. Damit scheint die Frage nach
UKW-Frequenzen - übrigens auch in Berlin - ein für allemal beantwortet,
zumal die bisher belegten Frequenzen definitiv geräumt werden
.
Innerhalb des DT-64-Teams ist man indes bereit, auch diese Kröten zu
schlucken. Die Leute sind natürlich nicht begeistert davon, auf
Mittelwelle zu senden oder nach Leipzig zu gehen
, so DT-64-Moderator
Andreas Ulrich, aber die Mehrheit in der Redaktion ist doch bereit,
auch unter diesen Bedingungen weiterzusenden.
Bis auf ein paar freie
Mitarbeiter haben die meisten DT-64-Leute erst einmal Ja gesagt - und
zwar aus den verschiedensten Gründen. Da wären die einen, die Anfang
des Jahres sehr bewußt bei DT64 geblieben sind, und sich nun wieder für
den Sender und dessen Hörer entschieden haben. Und da wären die anderen,
die sich sagen: Lieber Leipzig als arbeitslos. Sie hoffen außerdem, daß
der Umzug frühestens im Herbst aktuell ist. Bis dahin, so wissen ja
alle, die bisher näher mit DT64 zu tun hatten, bis dahin kann noch sehr
viel passieren. Und das Versprechen vom brandenburgischen
Hörfunkdirektor Hirschfeld, daß Rockradio B
- bei einer
Bestandsgarantie für DT64 - vielleicht doch lieber mit dem Ost-Produkt
statt der Westwelle Radio 4 U
fusionieren wolle, ist keineswegs
vergessen.
Am 29. Juni feiert DT64 Geburtstag. Nun können wir alle dreimal raten, was sich die Eastside-Station zum 28. Geburtstag wohl am sehnlichsten wünscht. Kleiner Tip von der Redaktion: Es muß nicht immer China sein.
(Von Norbert Wehrstedt.) Unglaublich! DT64 gehen heute auf Mittelwelle alle Töne aus. Abschaltung! Grund: Der Mitteldeutsche Rundfunk (mdr) überträgt Donnerstag und Freitag auf der DT-Frequenz (1044 kHz) die Sitzung des Sächsischen Landtags.
Rechtens. Denn lange vor dem DT-Rutsch ins Mittelwellen-Rauschen gab es eine Vereinbarung zwischen Landtags-Fraktionen und dem mdr zu diesen Marathon-Übertragungen.
mdr-Hörfunkchefin Karola Sommerey: Besser wäre sicher eine
journalistische Kurz-Berichterstattung. Außerdem müßten jetzt eigentlich
die Abgeordneten, die für DT64 sind, eine Geste gegen das Abschalten
machen. Ich setze für die Zukunft auf Vernunft.
Die bleibt heute und morgen erst mal ausgeschaltet - wie das DT64- Programm. Denn eigentlich braucht Sachsens Landtag die Mittelwelle 1044 kHz gar nicht. Der Staatskanzlei steht nämlich noch die Mittelwellen- Frequenz 1431 kHz zur Verfügung. Ein 20-KW-Sender, der völlig ausreichen würde.
Boris Wedel, Büro DT-Chefredaktion: Das hätte man der Telekom aber
vorher sagen müssen. Die braucht zwei Tage, um den Sender herzurichten.
Gestern abend wurde beim mdr geprüft, ob die Kanzlei-Frequenz wenigstens
für den Freitag sendeklar zu machen ist. Ergebnis der viel zu späten
Prüfung: Unklar.
So sorgt der mdr nun dafür, daß die Reden aus Sachsens Landtag bis nach
Bayern hinein zu empfangen sind - weil die DT-Frequenz einen 250-KW-
Sender hat. Karola Sommerey: Darin liegt natürlich überhaupt kein
Sinn.
Boris Wedel: Wir befürchten nach der Probeschaltung, daß DT bei jeder
weiteren Landtagssitzung aus dem Radio verschwindet. Ein erster Schritt
zur Total-Abschaltung.
Nicht ganz. Denn für die Sitzungspausen der
Abgeordneten bestellte der mdr Musikbänder beim Jugendsender - mit
flotten Rhythmen.
Dresden - Der sächsische Landtag wird auch in Zukunft auf der
Mittelwellen-Frequenz von DT64 übertragen. Das erklärte gestern Günter
Meyer, Chef der sächsischen Staatskanzlei, dem mdr. Hörfunkchefin Karola
Sommerey zum EXPRESS: Wir haben eine neue Frequenz angeboten.
Antwort der Staatskanzlei: Nein!
Telekom hatte mdr die Frequenz bekanntgegeben, nachdem DT-Hörer bei der Post protestierten.
Sachsen. Falsche Beklagte, falsche Kläger und falsche Klagen im Dresdner Prozeß um DT64. Das Hornberger Schießen nahm unter diesen Voraussetzungen seinen Lauf. Die Klage gegen die Quasi-Abwicklung des Senders wird dennoch aufrechterhalten.
Westphal gegen Biedenkopf
- überall in der Stadt machten Handzettel
des Freundeskreises DT64 auf die bevorstehende Verhandlung vor der
dritten Kammer des Dresdner Verwaltungsgerichtes aufmerksam. Immerhin
suchten Gericht und Kläger schließlich gemeinsam nach einem
geldsparenden Weg, die Fan-Klage auf juristisch saubere Weise
loszuwerden. Die Klage des selbstbewußten Hans-Jürgen Westphal, der in
Dresden nach seinem Einsatz für den Mietstopp und die
Gerechtigkeitskomitees schon einen Namen hat: Trotz erhöhter Gebühren
sei mit der Verbannung von DT64 auf die Mittelwelle am 1. Juli eine
öffentlich-rechtliche Leistung durch den Freistaat gemindert worden.
Alle Beteiligten fühlten sich zunächst einmal veralbert; Westphal & Freunde bereits im Vorfeld, als sie wenige Tage vor Verhandlungsbeginn erfuhren, daß anstelle der Staatsregierung die Landesanstalt für private Medien als eigentlich zu Beklagende eingeladen war. Ein Fehler, den das Gericht später zugestand. Die gestern zahlreich erschienenen Fans mochten wohl dann das Gericht nicht so ernst nehmen. Ein fescher junger Bajuware als Vorsitzender, der sich überdies erkundigte, was denn DT64 eigentlich sei und ob die sächsische Verfassung ein Volksbegehren vorsehe. Der verwahrlost wirkende Beisitzer neben ihm, ein Bodenständiger, gab sich zu aller Überraschung als amtierender Vorsitzender der Kammer zu erkennen. Das Gericht war dann seinerseits nahe am Ordnungsruf, als Westphal den Apercu fallenließ, man sei von Ost-Qualität UKW-Stereo zu West-Qualität MW-Mono gelangt.
Die Sache selbst war dann eigentlich in einem Satz gegessen: Westphal dürfe eigentlich gar nicht klagen, da seine persönlichen Rechte nicht verletzt seien und ein Eingriff in eine sogenannte drittschützende Norm nicht zu erkennen sei. Formal denkbar wäre eine Klage der DT-Macher gegen den MDR, denn das Jugendradio selbst ist nach der Abwicklung des Staatsrundfunks keine juristische Person mehr, oder eine Klage des MDR gegen den Freistaat, der die jetzt vom Privatsender PSR genutzte Frequenz ja ausgeschrieben hatte - reine Science fiction! Westphal hielt schließlich die Klage aufrecht, die in einigen Monaten gegen den richtigen Gegner, den Freistaat, wiederverhandelt werden soll. Allerdings ohne Aufsicht auf Erfolg. (Michael Bartsch)
Brandenburg. Der ORB-Rundfunkrat sah sich gestern bei seiner letzten Sitzung in diesem Jahr noch einmal geharnischtem Protest der DT64- Kämpfer gegenüber. Doch am allzu smarten FRITZ!-Konzept werden keine Abstriche gemacht.
Es hätte eine ganz ruhige Rundfunkratssitzung zum Ende des Jahres sein
können, Dienstag in der Schloßstraße in Potsdam. Doch schon seit 15 Uhr
schallten DT64-Klänge über den Platz, wehten Transparente an den
Häusern und Laternenmasten, hatten sich einige Dutzend unermüdliche
DT-Kämpfer eingefunden, um dem Rundfunkrat des ORB- unterstützt von einigen
seiner Mitglieder - eine Stellungnahme zu verlesen. Das FRITZ!-Konzept
ist kein Jugend- sondern ein Format-Radio
und hat in der Konkurrenz mit
den etablierten Privaten weder finanziell, noch inhaltlich eine Chance,
weil es sich nicht wesentlich davon unterscheidet. So die Jugendlichen.
Sie klagten die Erfüllung der Beschlüsse dieses Gremiums ein, wo am
30.12.1991 bzw. 21.01.92 von aktivem Bemühen um eine Kooperation mit dem
MDR und NDR für ein länderübergreifendes Jugendprogramm die Rede war.
Hörfunkdirektor Hirschfeld seifte den Rundfunkrat kräftig ein. Doch der
zukünftige FRITZ!-Programmchef Lehnert (z. Z. Chef von Radio 4 U / SFB)
ist von den Radiomachern eben nicht mit freudigem Gläserklirren
empfangen worden, wie es Herr Hirschfeld weismachen wollte. Lehnert
(noch vor kurzem: Ich kann die Ossis nicht verstehen, und das wird wohl
noch lange so sein.
) wird wohl die, mit denen er und für die er Radio
machen soll, noch verstehen lernen müssen. (Olaf Weinert)
Dresden (dpa). Dem populären Jugendradio DT64 droht als 24-Stunden-Programm das endgültige Aus.
Wie die Deutsche Presse-Agentur gestern erfuhr, will die sächsische Staatsregierung als Aufsichtsbehörde nicht zulassen, daß der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) rund um die Uhr eine MDR-Jugendwelle ausstrahlt. Der MDR-Rundfunkrat hatte erst kürzlich beschlossen, das Jugendradio für eine Übergangszeit auf Mittelwelle und später über Satellit zu senden. Aus Sicht der säachsischen Staatsregierung darf der MDR laut Staatsvertrag jedoch nur drei UKW-Programme veranstalten, ferner eines auf Mittelwelle. Dieser Rahmen sei ausgeschöpft. Die Dresdner Staatskanzlei regt deshalb an, Programmelemente von DT64 stundenweise in MDR life zu integrieren.
Dresden (dpa). Der Deutsche Journalistenverband (DJV) Sachsen und die sächsische SPD-Landtagsfraktion haben den MDR aufgefordert, ein 24- Stunden-Jugendprogramm über Satellit auszustrahlen. DJV und SPD kritisierten gestern übereinstimmend das Auslaufen der Übergangsregelung, wonach das Jugendradio DT64 nur noch bis zum 31. Dezember ausgestrahlt werden darf.
Dresden. Die 3. Mahnwache zum Erhalt des Jugendradios DT64 hat am Monatg vor dem Kulturpalast begonnen. Nach dem Willen der Landesregierung soll es den populären Sender zum Jahresbeginn nicht mehr als Vollprogramm geben.
Dresden/Berlin (dpa). Die Proteste gegen das von der sächsischen Staatsregierung geplante Aus von Jugendradio DT64 als 24-Stunden- Programm haben auch nach den Weihnachtsfeiertagen angehalten.
Mit einer Mahnwache vor dem Dresdner Kulturpalast will der Freundeskreis von Jugendradio DT64 ab heute gegen die Entscheidung protestieren. Zugleich warf die sächsische Landtagsabgeordnete Leonore Ackermann (Bündnis 90/ die Grünen) Ministerpräsident Kurt Biedenkopf (CDU) Wortbruch vor. Biedenkopf hätte bei mehreren Landtagssitzungen den Eindruck erweckt, daß er sich für die Fortführung des Jugendprogramms eingesetzt habe, sagte die Abgeordnete gestern in Dresden.
Neben der Mahnwache will sich der Freundeskreis auch mit einer Unterschriftenaktion für die Erhaltung des Jugendprogramms einsetzen, sagte Heiko Hilker vom Freundeskreis. Im Falle der geplanten Abschaltung zum 1. Januar seien Aktionen des zivilen Ungehorsams geplant.
Auch der Berliner Verein der DT-64-Freunde hat entschieden gegen die Abschaltung des MDR-Jugendsenders als 24-Stunden-Programm zum 1. Januar protestiert.
Wir fordern die sächsische Landesregierung auf, die Interessen der
Hörer zu wahren und sich nicht in die Programmgestaltung einzumischen
,
heißt es in einer Presseerklärung. Gerade in einer Zeit, in der
Gewalttätigkeiten besonders unter Jugendlichen zunehmen, zeige sich, wie
dringend notwendig ein Jugendsender sei, der Konflikte nicht überspiele
sondern anspreche, die Sprachlosigkeit zwischen den Generationen
überwinden helfe und Verständnis zwischen den Gruppen fördere.
Gleichzeitig lehnte der Verein den Vorstand der sächsischen
Staatskanzlei ab, das Jugendradio-Programm in das von MDR life
zu
integrieren. Eine Verbindung der völlig inkompatiblen Programme wäre
ein schönes Weihnachtsgeschenk für die Privat-Radio-Lobby
in den drei
MDR-Ländern.
Berlin/Dresden (dpa). Der Weg des Jugendradios DT64 nach der Wende ist eine schier endlose Geschichte zwischen Hoffnung und Enttäuschung. Nun werden woeder einmal die Totenglocken für das Programm geläutet, diesmal meldet sich die sächsische Staatskanzlei und will der ins Auge gefaßten Übertragung per Satellit nicht zustimmen, weil sie im Staatsvertrag des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) - der den Sender DT64 seit Januar 1992 fortführt - nicht vorgesehen sei.
Die Entwicklung überrascht nicht, betrachtet man einen Brief der
Staatskanzlei, der schon vor einiger Zeit beim MDR-Intendanten Udo
Reiter einging. Darin wird vorgeschlagen, DT64 - das gegenwärtig
aufgrund mangelnder UKW-Frequenzen auf Mittelwelle abgestrahlt wird - in
das Programm MDR life
zu integrieren, um dieser Welle zu besserer
Hörerakzeptanz zu verhelfen
. Diese Begründung macht deutlich,
worum es eigentlich geht.
MDR life
ist das Erfolgsprogramm im Süden der neuen Länder. Aus dem
Stand heraus und noch ohne private Konkurrenz ermittelte die Media-
Analyse 1992 für diese Welle eine Hörerschaft von 1,3 Millionen.
Inzwischen sind in den drei MDR-Ländern mehrere Privatsender lizensiert
worden. Doch die vor wenigen Tagen veröffentlichte Media-Analyse EMA-Ost
weist für MDR life
abermals eine sensationelle Steigerung binnen
weniger Monate um eine weitere Million Hörer aus. Mit 26,8 Prozent Quote
belegt das Programm den Spitzenplatz.
Der Erfolg kommt nicht von ungefähr: MDR-Hörfunkdirektorin Karola Sommerey wollte es sich nicht mit öffentlich-rechtlichen Minderheitenwellen zufrieden gegeben und entwarf ein Programm, wie es in der Tat normalerweise private Sender erfolgreich am Markt platzieren. Ihr Konept war es, damit die notwendigen Einnahmen zu garantieren, um andere Programme werbefrei und möglichst nicht unbedingt nach Einschaltquoten ausrichten zu müssen.
Den privaten Rundfunkanbietern schlägt der Erfolg von MDR life
deutlich auf den Magen. Der Werbemarkt in Sachsen, Sachsen-Anhalt und
Thüringen ist nicht groß, und jedes Prozent Marktanteil muß teuer
errungen werden. So liegt die Vermutung nahe, daß sie über die Politik
derzeit allesunternehmen, um ihre Quote auf Kosten des übermächtigen
öffentlich-rechtlichen Konkurrenten zu erhöhen. DT64 würde hierbei nur
instrumentalisiert: Man haut den Sack und meint den Esel.
Für das Jugendprogramm ist das keine neue Erfahrung. Auch in Berlin und Brandenburg verlor es auf mehr oder weniger ähnliche Weise seine Frequenzen, und auch eine Million Unterschriften seiner Hörer konnten es nicht verhindern. Die Rettungsaktion durch den MDR geschah nicht ganz uneigennützig, aber sie geschah. Daß für das musikorientierte Programm letztlich nur noch die rauschende Mittelwelle übrigblieb, war nicht die Schuld des Retters. Seither sendet man schon weitgehend unter Ausschluß der Öffentlichkeit. Daran wird auch die Abstrahlung über Satellit - die im übrigen kostengünstiger als die Mittelwelle wäre - nichts ändern. Kein Handlungsbedarf also füer eine Stellungnahme für DT64.
Regierung und Opposition in Sachsen befürworten ein Radio-Vollprogramm für die Jugend. DT64 wird vorerst auf Mittelwelle weitergesendet.
Das ist das Ergebnis von Beratungen in Dresden. Die SPD-Opposition in Sachsen hatte sich eindeutig für den Erhalt von DT64 ausgesprochen. Auch der SPD-Parteivorstand wandte sich gegen ein Aus für DT64 und forderte Sachsens Regierung zum Einlenken auf. Anfang des Jahres wollen MDR-Intendant Reiter und Sachsens Ministerpräsident Biedenkopf die offenen Fragen um DT64 klären.
Dreseden (dpa). Das Jugendradio des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) bekommt über das Jahresende 1992 hinaus zumindest eine neue Gnadenfrist.
Sachsens Regierungssprecher Michael Sagurna sagte gestern in Dresden,
die sächsische Staatsregierung als Aufsichtsbehörde des MDR habe kein
Problem
damit, die Ausstrahlung des Jugendradios als Nachfolgeprogramm
von DT64 übergangsweise weiter auf Mittelwelle zuzulassen. Der
sächsische Regierungssprecher erneuerte erneut die Auffassung der
Regierungen von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, wonach der
Staatsvertrag die vom MDR geplante Ausstrahlung eines Jugendprogramms
über Satellit nicht zulasse. Eine notwendig werdende rasche endgültige
Lösung
bedinge deshalb eine Änderung des Staatsvertrages oder die
Einbeziehung eines stundenweisen Jugendprogramms etwa in das Programm
MDR-life.
Auch über die nächste Rundfunkratssitzung am 18. Januar hinaus sei gegen die übergangsweise Ausstrahlung eines Jugendradios als Vollprogramm über Mittelwelle nichts einzuwenden, sagte Sagurna. Die befürchtete Abschaltung des Nonstop-Jugendradios hatte in den vergangenen Tagen zu Protesten von Jugendverbänden, Parteien und DT64-Fans geführt. Anhänger des Jugendradios versammelten sich gestern vor der Staatskanzlei und versuchten - allerdings erfolglos - eine zeitweilige Blockade des Regierungssitzes.
Das neue ORB-Jugendhörfunkprogramm Fritz
wird in der Nacht zu 1. März
auf Sendnung gehen. Das bestätigte ORB-Pressesprecher Füger am Mittwoch.
Fritz
ersetzt auf 102,6 MHz (Berlin) die bis dahin laufenden
Jugendsendungen Radio 4 U aus Berlin und Rockradio B aus Brandenburg,
die sich diese Frequenz derzeit teilen. Offen ist laut Füger noch die
Übernahme des MDR-Jugendprogramm DT64 in den Nachtstunden.